NEUE REIHE: Aufsperren statt zusperren! Ist das Wirtshaus noch zu retten?

Sechs Wirtshäuser, sechs neue Folgen. Am 18. 3. 2026: Neufurth. Kira Schinko ist die Wirtshausretterin

Aufsperren statt Zusperren! Ist das Wirtshaus noch zu retten?
Kira Schinko auf besonderer Mission quer durch Österreich ab 18. Februar in ORF 1 und auf ORF ON
Die neue ORF-Doku-Reportageserie „Aufsperren statt Zusperren! Ist das Wirtshaus noch zu retten?“ macht sich in Zeiten des dramatischen Wirtshaussterbens auf die Suche nach verlorenen Orten der Gemeinschaft – am Land wie in der Stadt. Das Format versucht, ab 18. Februar immer mittwochs um 22.00 Uhr in ORF 1 und auf ORF ON in sechs Ausgaben, Leben in verwaiste Gaststuben zu bringen und fragt, was uns ein sozialer Mittelpunkt wert ist.

Im Zentrum steht Kira Schinko als Wirtshausretterin. Sie ist quer durch Österreich unterwegs und folgt einer klaren Mission: leerstehende Wirtshäuser für einen Tag wieder aufzusperren und herauszufinden, ob sie noch Zukunft haben. Dabei trifft sie ehemalige Stammgäste, Wirtsleute, lokale Stars und bringt gemeinsam mit Spitzen-Gastronominnen und -Gastronomen der Region – etwa Philip Rachinger (Mühltalhof), Theresia Palmetzhofer (Zur Palme), Marie Rahofer-Reisetbauer und Felix Haiderer (Gasthof Rahofer), Josef und Elisabeth Floh (Der Floh in Langenlebarn), Harald Irka, Lisa Gasser und René Kollegger (Am Pfarrhof) sowie Yannik Steer, Johanna Maroušek und Elli Hackstein (Wirtshaus zum dritten Tage) – Menschen, Ideen und potenzielle Pächter:innen zusammen. Gemeinsam erkunden sie leerstehende Gasthäuser und erfahren im Gespräch mit ehemaligen Wirtsleuten und Stammgästen von deren einstiger Bedeutung für das örtliche Leben. „Aufsperren statt Zusperren“ ist eine Liebeserklärung an Orte, die noch nicht aufgegeben haben.
Kira Schinko: „Das Wirtshaus ist so viel mehr als nur ein Ort zum Essen und Trinken. In einer Zeit der digitalen Blasen sind solche realen Begegnungsorte wichtiger denn je. Ich möchte zeigen, dass hinter den zugesperrten Türen nicht nur Nostalgie, sondern vor allem eine riesige Chance für die Zukunft steckt.“

Folge 1: „Droß – Das Vereinszentrum“ (18. Februar, 22.00 Uhr ORF 1 und ORF ON)
In der Auftaktfolge ist Kira zu Gast in Droß im Waldviertel. Die Gemeinde ist weithin bekannt für ihre vielen Vereine, doch sie haben kein Wirtshaus mehr, in dem man einander treffen kann, denn auch der letzte Wirt hat zugesperrt. Mit Hilfe von Haubenkoch Josef Floh (Der Floh) und Winzerin Silke Mayr (Vorspannhof Mayr) gibt Kira den Vereinen für einen Tag ihren geliebten Frühschoppen wieder.

Folge 2: „Linz – Der neue Tanzboden“ (25. Februar, 22.00 Uhr ORF 1 und ORF ON)
In dieser Ausgabe ist Kira rund um ihre Heimat Linz unterwegs. Viele ihrer liebsten Ausflugsziele haben geschlossen, ebenso das ehemalige Lieblingswirtshaus ihres Opas in der Stadt. Kurzerhand beschließt sie, den Tanzboden im Leopoldi-Stüberl noch einmal aufleben zu lassen. Unterstützung bekommt sie von Marie Rahofer-Reisetbauer (Gasthof Rahofer). Im Gespräch zeigt sich, dass Wirtin sein oft ein anderer Beruf ist als Wirt sein. Mit kleinem Kind, kaum planbaren Arbeitszeiten und wenig struktureller Unterstützung muss der Betrieb anders organisiert werden. Für das gemeinsame Aufsperren kocht Haubenkoch Felix Haiderer einen Klassiker. Die Zeche Hinterfotzing nimmt Platz am Stammtisch.

Folge 3: „Nickelsdorf – Der heilige Martin zwischen Gans und Genehmigung“ (11. März, 22.00 Uhr ORF 1 und ORF ON)
In der dritten Folge ist Kira Schinko in Nickelsdorf im Burgenland zu Gast. Rund um den wichtigsten Feiertag der Region, den Heiligen Martin, steht das „Wirtshaus zum dritten Tage“ im Mittelpunkt: ein Ort, der eng mit dem legendären Jazzfestival „Konfrontationen“ verbunden ist. Ein Name, der zur Situation passt: Zahlreiche behördliche Auflagen und hohe Investitionskosten machen das Offenhalten beinahe unmöglich. Das junge Gastro-Duo Yannik Steer und Johanna Maroušek sowie Köchin Elli Hackstein kontaktieren die Wirtshausretterin über Social Media. Mit Neuinterpretationen rund um das Gansl und Techno statt Blasmusik wird ein letzter Rettungsversuch gestartet. Unterstützung kommt von jahrzehntelangen Weggefährtinnen und Weggefährten des Betriebs – denn „it takes a village to have a Wirtshaus“.
Diese Ausgabe von „Aufsperren statt Zusperren“ ist in memoriam Hans Falb zu sehen: Der Ende 2025 verstorbene Gründer des Nickelsdorfer Avantgarde-Festivals Konfrontationen gab darin sein letztes Interview.

Folge 4: „Neufurth – Der Mittagstisch“ (18. März, 22.00 Uhr ORF 1 und ORF ON)
Diesmal führt der Weg Kira Schinko nach Neufurth in Niederösterreich. Entlang der Hauptstraße stößt sie auf ein stillgelegtes Wirtshaus, das bis vor Kurzem noch von der 92-jährigen Wirtin „Mizi“ Ganglmair geführt wurde. Ihr Mittagstisch war über Jahrzehnte Fixpunkt für Arbeiter:innen, Angestellte und Stammgäste aus der Umgebung. Kira fragt sich, ob dieses Modell heute noch funktioniert oder ob der klassische Mittagstisch ausgedient hat. Unterstützung bekommt sie von Haubenköchin Theresia Palmetzhofer und ihrer Mutter (Zur Palme). Die beiden zeigen, dass sich Haubenküche, Alltagstauglichkeit und Leistbarkeit nicht ausschließen müssen. So beschließt Kira, das Wirtshaus Ganglmair für einen Tag wieder aufzusperren und den Mittagstisch neu zu denken.

Folge 5: „Eibiswald – Das Wirtshaus der Zukunft“ (25. März, 22.00 Uhr ORF 1 und ORF ON)
In dieser Ausgabe ist Kira Schinko in Eibiswald in der Steiermark zu Gast. Ein umsichtiger Investor hat hier in einen prägenden Ort des Dorfes investiert: ein ehemaliges Gasthaus mit Fleischerei und einem funktionsfähigen Kino mit mehr als 100 Sitzplätzen. Kira trifft Kulturmanagerin Nina Ortner, die die Location bereits mit ersten Feldversuchen bespielt hat. Gemeinsam stellen sie sich die Frage, was das Wirtshaus der Zukunft braucht. Auf der Suche nach Antworten besucht Kira die erste queere Absteige Österreichs und spricht mit den Betreibern Io Tondolo und Itshe Petz über das Wirtshaus als Safe Space und Ort der Gemeinschaft. Zurück in Eibiswald bekommt Kira für das Aufsperren Unterstützung vom Sternekoch Harald Irka, Lisa Gasser und René Kolleger (Am Pfarrhof). Bei Blunzenpizza wird ausprobiert, wie die Zukunft im Wirtshaus schmecken kann.

Folge 6: „Neufelden – Leichenschmaus mit Auferstehung“ (1. April, 22.00 Uhr ORF 1 und ORF ON)
In der letzten Folge begibt sich Kira nach Neufelden und besucht die Familie Rachinger (Mühltalhof). Sie geht einer ungewöhnlichen Frage nach: Was passiert mit den Ritualen eines Ortes, wenn das letzte Wirtshaus zusperrt? Wo findet der Leichenschmaus statt, wenn es kein Gasthaus mehr gibt? In manchen Orten übernehmen Imbissstände oder sogenannte Schachtelwirte bereits diese Rolle. Doch kann das wirklich funktionieren? Kira inszeniert mit Hilfe von Sternekoch Philipp Rachinger eine symbolische Beerdigung des Wirtshauses und lädt zum gemeinsamen Leichenschmaus. Anschließend wird die mögliche Auferstehung gefeiert – mit der „Wirtshausroas“, einer extravaganten Aktion, die den ganzen Ort einbezieht.

Aufsperren statt zusperren! Ist das Wirtshaus noch zu retten?  Kira Saskia Schinko mit Haubenkoch Josef Floh. Bild: Sender / Jenseide OG.
Aufsperren statt zusperren! Ist das Wirtshaus noch zu retten? Kira Saskia Schinko mit Haubenkoch Josef Floh. Bild: Sender / Jenseide OG.