Die Geheimrede Die Stalinkritik Chruschtschows von 1956 und ihre Wirkung im Osten / von Meinhard Stark
Di, 17.02. | 20:00-21:00 | MDR Figaro
Von Meinhard Stark
(Wiederholung)
Moskau, 25. Februar 1956. Es ist der letzte Tag eines elf Tage dauernden Parteitags der sowjetischen Kommunisten. 1.400 Delegierte sind aus allen Republiken der Union angereist, dieser XX. Parteitag ist der erste seit Stalins Tod vor drei Jahren. Aber Stalins Porträt hängt nicht wie sonst über der Tribüne. In einigen Referaten deutete sich vorsichtige Kritik an Stalin an. Doch nun, am letzten Tag, trägt der Erste Sekretär, der 61-jährige Nikita Chruschtschow sein Referat vor, das als "Geheimrede" in die Geschichte eingehen wird. Der offizielle Titel: "Über den Personenkult und seine Folgen". Chruschtschow spricht über den Terror der 1930er Jahre, von den "Ungeheuerlichen Taten, die auf Veranlassung Stalins begangen wurden", spricht von Verhaftungen, von unter Folter erpressten Geständnissen, Erschießungen und Massendeportationen ganzer Völkerschaften. Stalins Verfolgungswahn und Anmaßung waren Millionen von Menschen zum Opfer gefallen. Das Feature von Meinhard Stark rekonstruiert die damaligen Ereignisse anhand von Dokumenten und Augenzeugenberichten.
Meinhard Stark forschte als Doktorand am Institut für Kulturwissenschaft der Humboldt- Universität zu Berlin und promovierte mit der Arbeit Deutsche Frauen des GULag. Seit 1993 arbeitet Meinhard Stark als freiberuflicher Publizist.
Von 2015 bis 2018 realisierte Stark ein Forschungs- und Editionsprojekt zum Thema Briefe aus dem GULag. Dafür sammelte er annähernd Tausend unveröffentlichte Briefe von einstigen GULag-Häftlingen aus Russland, Polen, Litauen, Kasachstan und Deutschland. Seit 2018 ist Meinhard Stark mit der Recherche und Produktion von biographischen Podcasts über GULag-Häftlinge und GULag-Kinder sowie von Dokumentar-Features zu verschiedenen Themen befasst.
Regie: Sabine Ranzinger
Produktion: Mitteldeutscher Rundfunk 2006
Mitwirkende:
Ulrike Krumbiegel
Martin Seifert
Thomas Stecher
Alexander Brabandt
(54 Min.)
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