Punkt eins Aktienkurs rauf, Dollarkurs runter

Do, 12.02.  |  13:00-13:55  |  Ö1
Über Ursachen und Folgen der gegenwärtigen Marktturbulenzen. Gäste: Univ.-Prof. Dr. Jörn Kleinert, Institut für Volkswirtschaftslehre, Universität Graz & Dr. Mario Holzner, Ökonom, Direktor des Wiener Instituts für internationale Wirtschaftsvergleiche. Moderation: Marlene Nowotny. Anrufe 0800 22 69 79 | punkteins(at)orf.at

Der US-Dollar ist die Leitwährung der Weltwirtschaft. Seit Ende des Zweiten Weltkriegs hat das Zahlungsmittel der Vereinigten Staaten diesen Status. Davor hatte das Britische Pfund diese Funktion – Leitwährungen kommen und gehen also. Wegen der globalen wirtschaftlichen Veränderungen und anhaltender Turbulenzen auf den Devisenmärkten wird gegenwärtig auch der US-Dollar in seiner internationalen Bedeutung in Frage gestellt. Der US-Dollar ist in den vergangenen Wochen rapide gefallen. Doch anders als in den Jahren davor ohne direkten währungspolitischen Einfluss der USA. Denn lange setzte die Währungspolitik Donald Trumps darauf, den Dollar aktiv zu schwächen. Ein starker US-Dollar, so das Argument der Trump-Regierung, schade US-amerikanischen Firmen im internationalen Wettbewerb. Denn ein hoher Dollarkurs mache US-amerikanische Produkte im Rest der Welt vergleichsweise teuer. Zu dieser Währungspolitik zählten mehr oder weniger offensichtliche Drohungen gegenüber wichtigen Handelspartnern, ihre Währungen gegenüber dem Dollar zu schwächen und damit die US-Währung günstiger zu machen. 2026 scheint sich das ohne Zutun oder Drohszenarien Trumps abzuzeichnen: Andere Währungen sind stärker geworden, darunter die der Eurozone, der Schweiz, Großbritanniens sowie Japans: Euro, Franken und Pfund haben an Wert gewonnen, nicht nur gegenüber dem Dollar, sondern auch gegenüber anderen Handelspartnern. Dass etwa der Euro immer teurer wird, ist jedoch mit den bekannten Wirtschaftsdaten nicht leicht zu erklären. Europa steckt in einer wirtschaftlichen Strukturkrise, keiner Aufschwungphase. Hinzu kommt: Ein starker Euro – der Wechselkurs liegt derzeit bei etwa 1,20 Dollar pro Euro – kann der europäischen Exportwirtschaft schaden. Die Talfahrt des Dollar dürfte vor allem politische Gründe haben. Internationale Finanzunternehmen oder auch Notenbanken, für die der US-Dollar bisher die wichtigste Anlage- und Reservewährung war, sichern sich gegen weitere Abwertungen ab und investieren in andere Devisen. Weil, so das Ergebnis vieler Analysen, die Politik Donald Trumps und seiner Regierungsbeamten an den Grundfesten der US-Verfassung und der internationalen Ordnung rüttelt. Gleichzeitig erreichte der Aktienindex Dow Jones vor Kurzem einen historischen Höchststand. Er knackte die Marke von 50.000 Punkten und soll laut Prognosen in diesem Jahr weiter steigen. Nach jüngsten Kursabrutschen bei Technologieaktien scheint die Risikobereitschaft der Anleger an der US-Börse Wallstreet wieder zurückgekehrt.Wie lassen sich diese gegensätzlichen Entwicklungen, der schwache Dollar und der hohe Stand des Aktienindex erklären? Hat der US-Dollar als Leitwährung ausgedient? Und welche Währung könnte den Dollar ablösen? Über diese Fragen spricht Marlene Nowotny mit den Ökonomen Mario Holzner und Jörn Kleinert. Und mit Ihnen: Rufen Sie an, kostenlos aus ganz Österreich, unter 0800 22 69 79, oder Sie schreiben uns ein Mail an punkteins(at)orf.atRufen sie uns an und nehmen Sie Teil an unserem Gespräch! Kostenlos aus ganz Österreich unter 0800 22 69 79, E-Mails an punkteins(at)orf.at

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