Intermezzo – Künstlerinnen und Künstler im Gespräch Dimitré Dinev und die „Zeit der Mutigen“
Mo, 06.04. | 11:50-12:10 | Ö1
Ein Erzählband von Balzac, der dem 16-jährigen Dimitré Dinev im Bulgarien der 1980er Jahre in die Hände fiel, öffnete ihm die Augen für Literatur und für die große Freiheit, die sie vermitteln kann. Auf die Flucht in fantastische Welten folgte 1990 die reale Flucht über die grüne Grenze, die er mit einem Freund absolvierte. Und dennoch, das Schiwkow-Regime verfolge und präge ihn bis heute, sagt Dinev, der im Roman „Zeit der Mutigen“ (Verlag Kein und Aber) über Konzentrationslager und niedergeschlagene Aufstände im Regime erzählt.13 Jahre lang hat er ihn – zunächst handschriftlich – verfasst, sich in dutzende Figuren über ein ganzes Jahrhundert hineinversetzt, während er zugleich als Familienvater zwei Töchter beim Heranwachsen begleitete. Wie er die beiden Welten verband und trennte, wie das Schiwkow-Regime bis heute weiterwirkt, und welche Konsequenzen er durch die Übersetzung des Romans ins Bulgarische zu befürchten hat, erzählt der Schriftsteller im Gespräch mit Judith Hoffmann.
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