Lebenskunst – Begegnungen am Feiertag Maria, Inspiration und Projektionsfläche
Sa, 15.08. | 7:05-8:00 | Ö1
Entschlafung Mariens – Orthodoxe Perspektiven auf einen Marien-FeiertagFür orthodoxe Christinnen und Christen geht am 15. August eine 14-tägige Fastenzeit zu Ende: So hoch ist der Stellenwert von „Mariä Himmelfahrt“ für sie – dass sie zur Vorbereitung darauf sogar zwei Wochen lang auf Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte verzichten. Allerdings sprechen sie nicht von einer „Himmelfahrt“ oder von der „Aufnahme Mariens in den Himmel“, sondern schlicht von der „Entschlafung Mariens“. Und statt „Muttergottes“ nennen sie die Mutter des Jesus aus Nazareth lieber „Gottesgebärerin“. Markus Veinfurter hat sich das alte Fest am 15. August – das älteste Marienfest der Christenheit – einmal aus einer orthodoxen Perspektive angeschaut.Volksfrömmigkeit und Frauengesundheit – Die „Goldhauben-Chefin“ Christine Huber über die „Kräuterbuschen"Arnika als Schutz vor Feuer, Getreideähren als Symbol für das tägliche Brot, Schafgarbe, Baldrian, Salbei, Kamille – und in der Mitte häufig die Königskerze, die als Zeichen der Marienverehrung zentral platziert wird: "Kräuterbuschen“ gehören in vielen Gegenden Österreichs zum regionalen Brauchtum rund um das Fest „Mariä Himmelfahrt“ Mitte August. Viele der Kräuter spielen auch in der traditionellen Medizin eine wichtige Rolle. Und gerade in der Zeit ab dem 15. August (dem „Großen Frauentag“) bis zum 15. September gelten sie als besonders heilwirkend und daher wird diese Zeitspanne auch „Frauendreißiger“ genannt. Was es zudem mit der genauen – aber von Gegend zu Gegend variierenden – Anzahl der Kräuter im traditionellen Kräuterbuschen auf sich hat und wie das Wissen von Generation zu Generation weitergegeben und gerade in letzter Zeit an Wertschätzung gewonnen hat, das hat sich Maria Harmer von Christine Huber, der Landesvorsitzenden der oberösterreichischen Goldhauben, in ihrem Kräutergarten in Gallneukirchen erzählen lassen.Wer begreift, hat Flügel – Valie Export und die Orgel vom PöstlingbergIn den 1960er und 70er-Jahren hat sie unter anderem mit Körperaktionen im öffentlichen Raum sowohl große Aufmerksamkeit als auch Aufregung erzeugt: die international tätige Medien- und Performance-Künstlerin mit Linzer Wurzeln, Valie Export. Die 1940 geborene und dieses Jahr gestorbene, bekennende Feministin hat aber auch künstlerische Spuren in ihrer Heimatstadt hinterlassen. Sie hat die neue Orgel in der Wallfahrtskirche auf dem Linzer Pöstlingberg, die 2023 eingeweiht worden ist, künstlerisch mitgestaltet. Eine neue Orgel war notwendig geworden, weil das alte Instrument kaum mehr spielfähig war. Andreas Mittendorfer hat Valie Export damals unter anderem über ihr Engagement im Bereich kirchlicher Kunst vor das Mikrofon gebeten und die Kirche auf dem Pöstlingberg mit ihrer neuen Orgel besucht.Selig und mit Glück beschenkt – Aspekte der Bibel(Lk 11, 27-28)Anlässlich des Feiertags „Mariä Himmelfahrt“ ist für katholische Gottesdienste u.a. ein Text aus dem Lukasevangelium vorgesehen, der die frühe Verehrung der Mutter des Jesus aus Nazareth belegt – und dazu bereits einen kritischen Kommentar liefert. Erzählt wird von einer Frau, die einen fast euphorischen Jubelruf auf Maria kundtut, und von Jesus, der den Ruf schroff zurückweist und sagt: „Ja, selig sind vielmehr, die das Wort Gottes hören und es befolgen.“ Für die katholische Theologin und Religionssoziologin Regina Polak ist der Text Anlass darüber nachzudenken, was die Bibel der menschlichen Neigung, Menschen und Mächte zu idealisieren, zu bewundern und manchmal sogar zu vergöttlichen, entgegenstellt.
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