Vorgestellt Das RSO erschließt J. N. Davids Orchesterwerk
Mo, 28.09. | 11:30-11:55 | Ö1
Am Beginn einer „Vorgestellt“-Schwerpunkt-Woche, die sich ganz den vielfältigen Neuerscheinungen des ORF Radio-Symphonieorchesters Wien widmen möchte, steht hiermit ein Projekt, das in hohem Maße Schlüsselkompetenzen des RSO vorführt: Dieses weltweit anerkannte Spitzenorchester ist für seine außergewöhnliche und mutige Programmgestaltung bekannt, das Aufspüren und visionäre Beleben großer Musik abseits des Standardrepertoires, mit speziellem Augenmerk für die Aufführung und Dokumentation der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts.Der österreichische Komponist, Chorleiter und Dirigent Johann Nepomuk David (1895-1977) kann zu den profiliertesten Tonschöpfern des 20. Jahrhunderts gezählt werden, und doch fand er in der jüngeren Vergangenheit meist nur mit seinem Orgelschaffen oder seinen Chorwerken Erwähnung – seine anspruchsvollen Orchesterwerke hingegen waren jahrzehntelang fast völlig aus den Programmen verschwunden. Zu Lebzeiten des Komponisten wurden vereinzelte Mitschnitte im Rundfunk übertragen, auf dem kommerziellen Tonträgermarkt hingegen existierte bis zur Initiative des RSO unter dem Dirigenten Johannes Wildner mit dem Label cpo keine Dokumentation seiner Symphonik. Vor mittlerweile fast zwei Dekaden wurde damit begonnen, alle acht Symphonien einzuspielen und nacheinander jeweils zwei auf einem Tonträger zu veröffentlichen. Geleitet von einer konsequenten Affinität zu Gesamtausgaben, versteht Wildner solche Großprojekte auch als kulturhistorischen Auftrag, um durch verlässliche Tondokumente eine umfassende Wahrnehmung und fundierte Einordnung zu ermöglichen.Bei der nun vorliegenden dritten Folge mit der 3. und 7. Symphonie von Johann Nepomuk David stellt das ORF Radio-Symphonieorchester Wien einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis, wie souverän seine Musikerinnen und Musiker extrem schwierige Partituren nicht nur „bewältigen“, sondern klanglich-fesselnd zum Leben erwecken können. Die internationalen Kritiken sind voll des Lobes für die stupende Transparenz, Balance und solistische Präzision, mit der das RSO Johann Nepomuk Davids höchst anspruchsvollen Kontrapunkt, die dichten, oft schier unerbittlichen polyphonen Linien meistert.
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