alpha-retro: Der arrivierte Trödelladen (1962)

Fr, 10.04.  |  21:45-22:15  |  ARD-alpha
Stereo 
In der Programmankündigung 1962 hieß es: "Modern tanzende Paare bei einer Party in einer Privatwohnung voller Antiquitäten, alten Uhren, Skulpturen aus verschiedenen Stilepochen. Auf einem oberbayerische Bauernhof sieht man einen Aufkäufer beim Stöbern auf Dachboden: Der Bauernschrank kostet ihn nicht viel. Dann ein Tandelladen in der Westenrieder Straße in München: Kitsch und alter Trödel. In einem Antiquitätenladen hingegen kann man wirklich wertvolle Sachen kaufen: Der Händler bürgt dafür.

In diesem Film aus dem Jahr 1962 geht es u. a. um die Grenze zwischen Antiquität und Trödel. Da fahren zum Beispiel gewiefte Händler aufs Land, um auf Bauernhöfen nicht nur alte Bauernschränke zu kaufen. Damals konnten die Bauern noch mit einem Butterbrot abgespeist werden, weil sie doch gefälligste "froh" sein mussten, das alte "Geraffel" endlich los zu sein. Wirklich wertvolle Stücke landeten dann aber nicht in einem der vielen Trödelläden, die es damals in der Münchner Altstadt noch in großer Zahl gegeben hat, sondern mussten bei Antiquitätenhändlern für teuer Geld gekauft werden. Klar, in den Trödelläden der deutschen Großstädte war auch damals schon jedes Stück selbstverständlich "echt antik" und "sehr wertvoll". Aber es gab auch zu dieser Zeit Sammler und Antiquitätenliebhaber mit Sachverstand: Wer wollte, konnte den Qualitätsunterschied im Vergleich mit dem Trödel durchaus erkennen. Und ein Antiquitätenhändler musste für seine feilebotene Ware auch in ganz anderer Weise bürgen als ein Trödelhändler.

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