Argentinien im Teufelskreis Bringt Milei die Wende?

Do, 09.04.  |  10:15-10:45  |  Phoenix
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Argentiniens Präsident Javier Milei unterzieht sein Land einer neoliberalen Rosskur. Er stutzt den Staat radikal zurecht und ordnet alles einer rigorosen Haushaltsdisziplin unter. Während Unternehmer und Landwirte jubeln, protestieren Staatsangestellte, Rentner und Studierende, weil sie durch Milei immer ärmer werden. Lucia Garcia kommt als Ärztin trotz vier Jobs samt Nachtschichten nicht mehr über die Runden.

Ins Amt gespült hatte Milei die Wut vieler Argentinier über den jahrzehntelangen wirtschaftlichen Teufelskreis aus wiederkehrenden Krisen, Verschuldung und Inflation im einst reichsten Land der Welt. Auch José Michael Reyes aus dem Armenviertel Villa 31 setzt auf Milei, weil er an dessen Mantra der wirtschaftlichen Freiheit glaubt und sich davon mehr Wohlstand und ein Ende der Inflation erhofft.

Doch ob Milei Argentiniens Kettensägen-Präsident den wirtschaftlichen Teufelskreis beenden kann, ist unklar. Denn Argentiniens Misere hat historische Ursprünge: Nachdem das Land 1890 das reichste der Welt war, ging es steil bergab. Diktaturen und Demokratien wechselten sich ab mit gravierenden Wechseln in der Wirtschaftspolitik. Weder linke noch liberale Regierungen verhinderten, dass der Staat stets über seine Verhältnisse lebte. Außerdem fehlte politischer Konsens über den Kurs des Landes. Stattdessen: grassierende Korruption, eine extreme politische Polarisierung und ein chronisches Schuldenproblem.

Trotz früherer Fehlschläge hofft Milei jetzt an eine Lösung durch sein neoliberales Rezept. Gleichzeitig agiert er zunehmend autoritär und sieht sich immer heftigerem Widerstand der Bevölkerung ausgesetzt. Bringt Milei die Wende?

Sendehinweis: 27.02.2026, 22:30 Uhr

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