Der radio3 Atelier Talk Die Sendung mit der Kunst und der Wissenschaft

Mo, 15.06.  |  0:00-1:00  |  RBB
Stereo 
Wie prägt das Leben in der Stadt unser inneres Gleichgewicht - macht sie uns krank oder vielleicht sogar widerstandsfähiger? Und wie verändert sie unseren Blick, unser inneres Gleichgewicht und unser Verhältnis zu anderen und zu uns selbst? Darüber spricht Moderatorin Siham El-Maimouni in der achten Ausgabe des radio3 Ateliertalks mit dem Stressforscher Mazda Adli sowie den Künstlerinnen Ahu Dural und Marie Salcedo Horn.

Die Stadt ist laut, schnell und voller Reize. Verkehr, Menschenmengen, digitale Informationsflüsse und permanente Erreichbarkeit prägen unseren Alltag. Urbane Räume verdichten sich zu einem dauernden Strom aus Eindrücken - und lösen zugleich Stress, Überforderung und den Wunsch nach Rückzug aus. In der achten Ausgabe des radio3 Ateliertalks spricht Moderatorin Siham El-Maimouni darüber, wie das Leben in der Stadt auf uns wirkt. Macht sie uns krank - oder macht sie uns vielleicht sogar widerstandsfähiger? Und wie verändert sie unseren Blick, unser inneres Gleichgewicht und unser Verhältnis zu anderen und zu uns selbst?

Der radio3 Ateliertalk verbindet wissenschaftliche und künstlerische Perspektiven. Zu Gast ist der Stressforscher und Psychiater Prof. Dr. med. Mazda Adli, Chefarzt der Fliedner Klinik Berlin und Leiter des Forschungsbereichs Affektive Störungen der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, CCM, an der Charité - Universitätsmedizin Berlin. Mit seinem Forschungsprojekt "Stress and the City" untersucht er, wie Stadtleben auf die psychische Gesundheit wirkt. Adli schaut dabei auf dichte Bebauung, Dauerreiz und sozialen Druck - und ebenso auf die Frage, was Städte tun können, damit Menschen besser mit diesen Belastungen umgehen.

Die Künstlerin Marie Salcedo Horn, ebenfalls Gast in der Sendung, war Meisterschülerin von Christine Streuli an der Universität der Künste Berlin. Ihre Keramikarbeit "Who is ruling our dreams?" setzt einen Gegenpunkt zur städtischen Reizdichte. Man kann sich in die Arbeit hineinversetzen und förmlich abtauchen - sie öffnet einen ruhigen Raum, in dem Wahrnehmung langsamer wird und Gedanken anders greifen. So entsteht ein Moment, in dem man sich selbst wieder näherkommt, fern vom Tempo der Stadt.

Unter den Gästen ist auch die Künstlerin Ahu Dural. In ihren Installationen, Zeichnungen und skulpturalen Arbeiten beschäftigt sie sich mit Architektur als gelebtem und sozialem Raum. Ausgehend von ihrer eigenen Biografie untersucht sie, wie Gebäude, Stadtplanung und urbane Strukturen unsere Wahrnehmung, unser Zusammenleben und unser Gefühl von Zugehörigkeit prägen. Ihre Arbeiten machen sichtbar, dass Städte nicht nur aus Straßen und Häusern bestehen, sondern auch aus Erinnerungen, gesellschaftlichen Vorstellungen und persönlichen Erfahrungen.

Gemeinsam fragen sie: Macht die Stadt uns krank - oder stärkt sie uns sogar? Wie verändert sie unser Erleben im Alltag? Was machen Architektur, Regeln und öffentliche Räume mit uns? Und wie kann Kunst dazu beitragen, dass wir die Stadt anders erleben?

Moderation: Siham El-Maimouni

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