Twist Viel zu voll - Wie reisen wir besser?

So, 27.09.  |  9:50-10:25  |  ARTE
Untertitel/VT Zweikanalton  Kultur, 2026
Reisen gehört für viele zu einem erfüllten Leben. Millennials waren die erste Generation, die grenzenlos und günstig reisen konnte. Inzwischen sind selbst vermeintliche Geheimtipps überlaufen. In halb Europa wird Overtourism beklagt. Einheimische protestieren gegen steigende Mieten. Das Klima leidet. Sollten wir besser aufs Reisen verzichten?

Zuhause bleiben ist keine Option, findet Schriftsteller Philipp Laage. In seinem Buch "Travel is broken" plädiert er für bewussteres Reisen. Instagram hat den Tourismus verändert. Wir haken Bucket-Lists ab, stehen Schlange, um dieselben Fotos zu machen wie alle anderen, haben Stress im Urlaub. Laage empfiehlt: weniger Planung, radikales Anti-Sightseeing, Flugmodus!

Étretat in der Normandie ist ein Tourismus-Hotspot, bekannt durch Gemälde von Monet, aber auch als Drehort der Serie "Lupin". Bis zu zwei Millionen Touristen im Jahr kommen auf 1.200 Einwohner. Anastasia Kharchenko, Leiterin des Skulpturengartens "Les Jardins d’Étretat", setzt dem Ansturm entschleunigten Kunsttourismus entgegen.

Der Tiroler Künstler Lois Hechenblaikner dokumentiert seit fast 30 Jahren die Auswüchse des alpinen Massentourismus. Berühmt wurde er mit Partyfotos aus Ischgl. "Twist" hat ihn in Sankt Moritz getroffen, wo sein neuestes Fotoprojekt entstand.

Kopenhagen versucht, Besucherströme gezielt zu lenken. Ein Projekt von Rikke Holm Petersen belohnt nachhaltiges Verhalten: Wer Müll sammelt, darf kostenlos Boot fahren; Bahnreisende erhalten Rabatt im Museum. Das wird die Welt nicht verändern, weiß Petersen, aber es ist ein Anfang, besser zu reisen.

Redaktion: Anette Plomin

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