Verschollene Fürstenstadt Zerbst-Dessau-Wörlitz (Folge 1 von 12) Reise- und Kulturbilder / von Karl Emil Franzos
Do, 01.10. | 14:00-14:30 | MDR Figaro
Franzos` "Reise- und Kulturbilder" sind 1903 in Berlin erschienen. So geistreich und entspannt, so voll von Hingabe und Witz hat allein Karl Emil Franzos über Anhalt geschrieben. Im Vorwort der Buchausgabe heißt es: "Lieb ist mir dies Buch, weil es mich an sonnige Tage erinnert, aber auch, weil ich es mit gutem Gewissen in die Welt hinaus senden darf. Denn es ist, bei aller warmen Neigung für Land und Leute, ein ehrliches und fleißig gearbeitetes Buch. Im Übrigen muss es nun selber zusehen, wie es durch die Welt kommt."
Karl Emil Franzos wird 1848 als Sohn eines österreichischen Arztes in Czortkow, Galizien, geboren; der Geburtsort liegt im ehemaligen russischen Gouvernement Podolien, Ukraine. Gymnasium in Czernowitz, Studium der Rechte, Philosophie und Geschichte in Wien und Graz. Als Jude ist Franzos in Österreich eine Laufbahn als Universitäts- und Verwaltungsbeamter verschlossen, so wählt er die Schriftstellerei. Von 1872 bis 1877 ausgedehnte Reisen als Journalist durch Europa, Kleinasien und Ägypten. Von 1877 bis 1886 Redakteur in Wien, ab 1887 in Berlin, dort Begründung der Halbmonatsschrift "Deutsche Dichtung". Der erfolgreiche Journalist macht als Prosaautor und erster Herausgeber der Werke Georg Büchners von sich reden. Er veröffentlicht Bücher wie die Prosasammlung "Aus Halbasien" (1877), die Novelle "Die Juden von Barnow" (1877) und den Bildungsroman "Der Pojaz" (1905). Karl Emil Franzos stirbt 1904 im Alter von 55 Jahren in Berlin, wo er auf dem Jüdischen Friedhof in Weißensee beigesetzt ist.
Regie: Volker Insel
Bearbeitung: Matthias Thalheim
Produktion: MDR 2013
Mitwirkende:
Ilja Richter
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