Ich werde nicht schweigen Drama, Deutschland 2017

Fr, 27.02.  |  20:15-21:45  |  3sat
Untertitel/VT Hörfilm/AD  Länge: 90 Min.

Der Leidensweg einer Nachkriegswitwe (Nadja Uhl), die eine Rente beziehen will und in der Pyschiatrie landet.

Neben Nadja Uhl spielen Rudolf Kowalski, Martin Wuttke, Janina Fautz, Barbara Philipp, Katja Flint, Marek Harloff, Petra Zieser und andere. Regie führte Esther Gronenborn, zusammen mit Sönke Lars Neuwöhner schrieb sie auch das Drehbuch. Der ZDF-Film basiert auf wahren Begebenheiten. Der Vorschlag, über diese ungeheuerlichen Vorgänge einen Fernsehfilm zu machen, kam von der persönlich betroffenen Regisseurin selbst. Esther Gronenborns Großmutter musste nach einer willkürlichen Diagnose ein Jahr in der Klinik von Wehnen verbringen.

Oldenburg 1949: Die Kriegswitwe Margarete Oelkers versucht wieder und wieder, für sich und ihre beiden Söhne Witwenrente zu erhalten. Als sie erneut abgewiesen wird, macht sie ihrer Verzweiflung Luft und wird wegen eines "schizophrenen Schubs" vom Amtsarzt Dr. Paul Ahrens (Rudolf Kowalski) in die Psychiatrie eingewiesen. Traumatisiert kann sie nach einem Jahr zurückkehren – vom Staat entmündigt und von ihrem Umfeld stigmatisiert. Margarete Oelkers ist aber nicht gebrochen. Sie will beweisen, dass ihre Einweisung ein Irrtum war. Und sie will das Sorgerecht für ihre Kinder zurück. Nur die junge Antje Eversen (Janina Fautz) begegnet Margarete unvoreingenommen. Während der Nazi-Herrschaft starb Antjes psychisch kranke Mutter in der Heil- und Pflegeanstalt. Margarete vertraut sich Antje an. Die schrecklichen Erinnerungen an Wehnen wecken in ihr immer wieder Ängste, aber auch den Willen, sich zur Wehr zu setzen. Dabei begibt sie sich auf dünnes Eis, denn keiner der verantwortlichen Pfleger und Ärzte will Stellung beziehen.

Margarete Oelkers (Nadja Uhl) übernimmt Näharbeiten für Frau Ahrens (Katja Flint). Bild: Sender / ZDF / Václav Sadílek
Margarete Oelkers (Nadja Uhl) übernimmt Näharbeiten für Frau Ahrens (Katja Flint). Bild: Sender / ZDF / Václav Sadílek

Oldenburg, 50er-Jahre: Die Kriegswitwe Margarete versucht, für sich und ihre Söhne eine Rente zu erhalten. Scheinbar ohne Grund wird sie vom Amtsarzt Dr. Ahrens in die Psychiatrie eingewiesen.

Nach einem Jahr kehrt Margarete traumatisiert und erschöpft zurück, vom Staat entmündigt und von der Gesellschaft stigmatisiert. Sie will beweisen, dass ihre Einweisung ein Irrtum war. Und sie will das Sorgerecht für ihre Kinder zurück.

Die Nachbarn im Haus kümmern sich aufdringlich um sie. Während ihres Aufenthaltes in der Heil-und Pflegeanstalt von Wehnen hatten sich die geschwätzige Frau Schröder und der Kriegsveteran Herr Windhorst in Margaretes Wohnung häuslich niedergelassen. Windhorst ist nun gar von Amts wegen zu Margaretes Vormund bestellt. Margarete verfügt nicht einmal über ausreichend Mittel, um ihre Kinder zu besuchen. Die beiden Buben sind bei Margaretes Schwester Erna untergekommen. In der Nachbarschaft und in ihrer eigenen Familie spürt Margarete, dass seit der Einweisung in die Psychiatrie ein Makel an ihr haftet.

Nur die junge Antje, die früher ihre Kinder gehütet hat, begegnet Margarete unvoreingenommen. Während der Nazi-Herrschaft war Antjes psychisch kranke Mutter in der Heil- und Pflegeanstalt gestorben. Margarete vertraut sich Antje an. Die schrecklichen Erinnerungen an Wehnen wecken in ihr immer wieder Ängste, aber auch den Willen, sich zur Wehr zu setzen. Dabei begibt sie sich auf dünnes Eis, denn keiner der verantwortlichen Pfleger und Ärzte will zu Margaretes Vorwurf der falschen Einweisung Stellung beziehen.

Die emotional anrührende Geschichte birgt einen wahren Kern: Die Heil- und Pflegeanstalt von Wehnen wurde bis in die 90er Jahre als "saubere" Anstalt betrachtet. Erst Archivfunde deckten die schrecklichen Euthanasie-Verbrechen der Nazi-Ärzte und Pfleger auf, die in Wehnen Zwangsarbeiter und psychisch Kranke systematisch in den Hungertod trieben.



Darsteller:
Nadja Uhl (Margarete Oelkers)
Janina Fautz (Antje Eversen)
Barbara Philipp (Frau Schröder)
Martin Wuttke (Herr Windhorst)
Katja Flint (Frau Ahrens)
Rudolf Kowalski (Paul Ahrens)
Buch: Esther Gronenborn
Regie: Esther Gronenborn

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