Der Masseur Spielfilm Deutschland 2020

Mo, 23.02.  |  2:15-4:00  |  ARTE
Hörfilm/AD Zweikanalton  Film, 2020
Zhenia, russischsprachiger Einwanderer aus der Ukraine, tritt als Masseur in das Leben der neureichen Bewohner einer öden bewachten Siedlung am Stadtrand von Warschau. Durch die zwangsläufige körperliche Nähe wird er für viele seiner Klienten zum Vertrauten. Sie zeigen sich ihm hüllenlos, erzählen von ihrem Leben und Sterben und zeigen unbewusst ihr dunkles, oft hilfloses, wahres und in jedem Fall menschliches Gesicht …
Treffende Gesellschaftssatire der polnischen Filmregisseurin Małgorzata Szumowska.

An einem grauen nebligen Morgen taucht in Warschau eine mysteriöse Gestalt auf - ein Mann, der eine Liege mit sich herumträgt. Der Fremde verschafft sich mit Hilfe magischer Hypnosetechniken eine Aufenthaltsgenehmigung und bietet in einer Vorstadtsiedlung seine Dienste als Masseur an. Die triste Gated Community, die mitten auf einem ehemaligen Kohlfeld errichtet wurde, ist von der „bösen“ Außenwelt abgeschottet. Irgendwo in der Ferne erheben sich die Wolkenkratzer und Baukräne einer Stadt, die ein internationales Drehkreuz werden will - die ständige Aufholjagd des Ostens.
In den Häusern des Viertels, die alle gleich aussehen, wohnen die unterschiedlichsten Vertreter der reichen Oberschicht. Sie scheinen von einer inneren Traurigkeit, einer Sehnsucht gefangen - vielleicht nach dem Winter, den es in diesen Breitengraden nicht mehr gibt. Anders als sie selbst früher, bauen ihre Kinder keinen Schneemann mehr. Aber vielleicht geht ihre Leere auch tiefer?
Da tritt der Masseur, ein attraktiver Mann aus dem authentischen Osten, in ihr Leben. Er hat eine Gabe: Seine Hände können heilen, seine Augen blicken in die Seele der einsamen Frauen. Für sie klingt sein russischer Akzent wie ein Lied aus alten Zeiten, eine friedliche Melodie aus Kindertagen, als die Welt noch in Ordnung war. Zhenia, so sein Name, verändert ihr Leben …
„Ein Trost spendendes zeitgenössisches Märchen, das auf eine Dramaturgie simpler Durchschaubarkeit verzichtet, sondern vieles im Bereich spiritueller Erkundungen belässt.“ (Filmdienst)

Der Film wurde bei den 77. Filmfestspielen von Venedig im Jahr 2020 uraufgeführt und für verschiedene internationale Filmpreise nominiert. Małgorzata Szumowska, vielfach ausgezeichnet für Filme wie „33 Szenen aus dem Leben“ (2008) oder „Body“ (2015), ist ein aufsteigender Stern des zeitgenössischen polnischen Kinos. Der in Zusammenarbeit mit Michał Englert geschriebene „Masseur" ist eine Gesellschaftssatire über die soziale und politische Lage im modernen Polen.

Darsteller:
Alec Utgoff (Zhenia)
Maja Ostaszewska (Maria)
Agata Kulesza (Ewa)
Weronika Rosati (Wika)
Regie:
Małgorzata Szumowska
Michał Englert
Drehbuch:
Michał Englert
Małgorzata Szumowska
Kamera: Michał Englert

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