Verschollen Film von Iris Gesang
Axel Milberg als Vater, der seinen Sohn im brasilianischen Urwald sucht und dabei auf einen Greenwashing-Skandal stößt
Ein Milliardenprogramm für den globalen Klimaschutz: In Brasilien werden Baumplantagen in großem Stil angepflanzt, um Emissionen auszugleichen und die Erderwärmung aufzuhalten. Aber sind diese Eukalyptus-Monokulturen wirklich sinnvoller Klimaschutz? Und welche Folgen haben die kilometerweiten Plantagen für die Bevölkerung vor Ort? Wer sind die Profiteure des globalen Programms? Der Themenschwerpunkt aus investigativem Thriller „Verschollen“ und der Dokumentation „Verschollen – Die Doku. Schmutzige Geschäfte mit dem Klimaschutz“ hinterfragt am Beispiel von sogenannten Aufforstungsprojekten im brasilianischen Cerrado das Nachhaltigkeitsprogramm, das bei der Weltklimakonferenz COP30 in Brasilien auf ein neues Level gehoben werden soll. Die Filme basieren auf den Recherchen von Autor und Regisseur Daniel Harrich und werden am Mittwoch, 12. November ab 20:15 Uhr im Ersten zu sehen sein.
Verzweifelte Suche eines Vaters
Im investigativen Thriller „Verschollen“ verschwindet Umweltwissenschaftler Jan Stadler spurlos im brasilianischen Urwald, wo er ein angeblich vorbildliches Aufforstungsprojekt zertifizieren soll. Sein Vater Klemens glaubt nicht an einen Unfall. Während Behörden und Unternehmen abwiegeln, reist er selbst nach Brasilien, wo er Zeuge wird, wie traditionelle Gemeinden zu Leidtragenden der Plantagenanbaus werden. Zwischen grünen Versprechen, Korruption und Gewalt stößt er auf ein System, das von Nachhaltigkeit nur spricht – und doch Zerstörung hinterlässt.
Prominent besetzt
In der Regie von Daniel Harrich, der auf der Basis seiner Recherchen auch das Drehbuch schrieb, steht Axel Milberg als Klemens Stadler im Zentrum des spannenden Thrillers, an seiner Seite in weiteren Hauptrollen Max Hubacher, Luka Omoto, Elisa Schlott, Benjamin Sadler und Julia Koschitz. „Verschollen“ ist eine Produktion der diwafilm im Auftrag von SWR, WDR, BR und SR für die ARD und wurde im brasilianischen Cerrado und im Nordschwarzwald gedreht.
Rettung oder bequeme Illusion?
Die Dokumentation „Verschollen – Die Doku. Schmutzige Geschäfte mit dem Klimaschutz“ ist eine Produktion der diwafilm im Auftrag des SWR für die ARD. Sie zeigt die reale Geschichte hinter dem Thriller. Unter Einbeziehung der Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung fragen Daniel Harrich und sein Team: Ist die Idee vom Klimaschutz durch diese Art der Aufforstung wirklich Rettung – oder eine bequeme Illusion? Die Filmemacher:innen decken einen der größten Greenwashing-Skandale unserer Zeit auf. Beide Filme erscheinen zeitgleich zur Weltklimakonferenz COP30 im brasilianischen Belém – genau dort, wo über Milliardenprogramme zum Schutz der Wälder entschieden wird.
Wie überlebt man auf einer Insel ohne Frischwasser, in einer Luftblase in einem Wrack oder auf einem steuerlosen Katamaran auf dem Pazifik? Drei Schiffbrüchige erzählen ihre Geschichte.
Den sechs Teenagern, die auf der Insel ʻAta stranden, hilft ihr Zusammenhalt. Koch Harrison Okene hält es dank seines Glaubens 62 Stunden im Rumpf eines gesunkenen Schiffs aus, und Segler Tim Shaddock denkt: Ohne seine Hündin Bella hätte er die Hoffnung verloren.
Trotz moderner Navigation und Satellitenkommunikation: Tausende erleiden jedes Jahr Schiffbruch, manche gehen für immer verloren. Wie meistert man die psychologischen und physischen Herausforderungen in einer aussichtslos scheinenden Situation? Die Protagonisten von drei der dramatischsten Schiffbruchgeschichten der letzten Jahrzehnte erzählen ihre Strategien.
Sione Filipe Totau aus Tonga strandete in den Sechzigerjahren zusammen mit fünf Freunden auf der Insel ʻAta im Südpazifik. Die Jungs überlebten 15 Monate dank ihrer Kenntnisse der Natur und ihrer Freundschaft.
Als der Schlepper Jascon 4 im Jahr 2013 vor Nigeria versank, waren die Chancen von Schiffskoch Harrison Okene zu überleben, gering. Er saß in einer Luftblase des auf 30 Metern Tiefe gesunkenen Schiffs. Tauchern gelang es, ihn nach drei Tagen zu retten. Er ist davon überzeugt, dass sein Glaube ihn stärkte und stabilisierte.
Der australische Einhandsegler Tim Shaddock wollte allein mit seiner Hündin Bella von Mexiko über Französisch-Polynesien nach Australien segeln. Eine mehrere Tausend Kilometer lange Reise. Doch sein Katamaran wurde bei rauem Seegang beschädigt und die Navigation zerstört. Zwei Monate verbrachte er mitten auf dem Pazifik auf dem manövrierunfähigen Gefährt und ernährte sich von rohem Fisch und Sauerkraut. Vielleicht hätte er aufgegeben, doch seiner Hündin zuliebe wollte er durchhalten.
An Originalschauplätzen und authentischen Orten des Geschehens gewähren die ehemaligen Schiffbrüchigen sehr persönliche Einblicke in ihre lebensbedrohlichen Erlebnisse. Der Zuschauer erfährt, wie sie mit Einsamkeit, Angst, Hunger und Durst umgegangen sind und was ihnen geholfen hat, nicht aufzugeben – trotz widriger Umstände. Prof. Hanns-Christian Gunga, Physiologe und Experte für extreme Umwelten von der Charité Berlin, und Prof. Jürgen Margraf, Psychologe und Experte für Angststörungen von der Ruhr-Universität Bochum, ordnen die Herausforderungen, mit denen sich die Schiffbrüchigen konfrontiert sahen, und deren Verhalten vertiefend ein.
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