Mörder im Chat - Der Fall Ayleen Cybergrooming auf Snapchat

Mi, 22.04.  |  23:00-23:30  |  HR
Untertitel/VT Hörfilm/AD Stereo 
Ende April 2022 postet Ayleen eine öffentliche Story auf Snapchat. Kurz darauf schreibt der 29-jährige Jan P. aus Waldsolms in Hessen die 14-Jährige an. Der vorbestrafte Sexualstraftäter will intime Fotos von ihr und ein reales Treffen. Um sein Ziel zu erreichen, manipuliert er Ayleen mit Tausenden Nachrichten, Geldversprechen und Drohungen. Die Minderjährige gerät zunehmend unter Druck, bis Jan P. am 21. Juli 2022 zu ihr nach Gottenheim bei Freiburg fährt. Es ist der Beginn eines tödlichen Verbrechens.

Am 21. Juli 2022 verschwindet die 14-jährige Ayleen aus Gottenheim bei Freiburg spurlos. Eine Woche später entdeckt die Polizei ihre Leiche im Teufelsee im hessischen Wetteraukreis, über 300 Kilometer von ihrem Zuhause entfernt. Schnell hat die Polizei einen Tatverdächtigen, den 30-jährigen Jan P., einen vorbestraften Sexualstraftäter. Ayleen und Jan P. lernen sich drei Monate zuvor über Snapchat kennen. Wochenlang schreibt der Täter ihr tausende Nachrichten, an einem Tag sind es mehr als 800. Die Chats sind sexualisiert, fordernd und manipulierend. Immer wieder verlangt Jan P. Nacktfotos und Videos, setzt Ayleen psychisch unter Druck und droht, ihre Eltern zu informieren oder sich und ihrer Familie etwas anzutun, falls sie den Kontakt abbricht.

Völlig verängstigt steigt Ayleen am 21. Juli in sein Auto. Ayleen ist nicht sein einziges Opfer. Jan P. hat über Jahre gezielt nach Minderjährigen gesucht und mit mehr als 600 Mädchen und jungen Frauen Kontakt aufgenommen, in über 30.000 Chats.

Am 29. September 2023 verurteilt das Landgericht Gießen Jan P. wegen Mordes und versuchter Vergewaltigung zu lebenslanger Haft. Die Richterin erkennt die besondere Schwere der Schuld und ordnet anschließende Sicherungsverwahrung an.

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