Lebenskunst – Begegnungen am Sonntagmorgen Lob der Vielfalt
So, 29.03. | 7:05-8:00 | Ö1
Spaziergänge durch den Bibelwald – Wegweiser und Wegfinderinnen Als Gewächse eines Waldes, in dem unendlich vieles zu erleben und erfahren ist, so sieht die Theologin und Direktorin des Österreichischen Katholischen Bibelwerks, Elisabeth Birnbaum, die Bücher und Schriften der Bibel. „Wege durch den Bibelwald“ ist der Titel ihres jüngsten Buches, das im Wiener Dom Verlag erschienen ist. Für „Lebenskunst“ erzählt sie in mehreren Teilen davon, im dritten und letzten vergleicht sie Bibellesende und Bibelkundige mit Tieren des Waldes: Sie selbst, so sagt sie, sei ein bekennender Maulwurf. Diese Tiere sind tiefschürfend und neugierig, erkennen die Verflechtungen der Texte und legen Verbindungen frei, etwa wenn ein Motiv aus dem Alten Testament im Neuen Testament wieder aufgenommen wird. Der erste Palmsonntag – Aspekte der Bibel(Matthäus 21, 1-11) Auch diese Passage findet sich in der Bibel – und ist am Palmsonntag für katholische Gottesdienste vorgesehen: Der Autor des Matthäusevangeliums zeichnet das Bild einer jubelnden Volksmenge, die Jesus von Nazareth ein mehr als warmes Willkommen bereitet, als er in Jerusalem einzieht. Hosannarufe (übersetzt etwa: hilf doch) und Palmzweige – beides gilt traditionell dem König. Endlich, so möchte die Theologin Mirja Kutzer beim Lesen ausrufen, erkennt die breite Bevölkerung, was die Lesenden schon längst zu wissen meinen, dass hier der Messias, der Sohn Davids kommt. Die Menschen erkennen sogar den Wink mit dem Zaunpfahl. Auf dem Esel reitet kein gewöhnlicher, gar militärischer Herrscher, sondern ein demütiger Friedensfürst – so wie es bei dem Propheten Sacharja geschrieben steht: „Juble laut, Tochter Zion, jauchze, Tochter Jerusalem, sieh, dein König kommt zu dir, gerecht und siegreich ist er, demütig und auf einem Esel reitend, auf einem Fohlen, einem Eselsfohlen.“ Aus der Begeisterung freilich sollte im Laufe der nächsten Tage Ablehnung werden – und die Woche mit einem Kreuzweg und schließlich der Kreuzigung enden. Nach der Passion von Jesus allerdings, am Beginn der neuen Woche, ist von Erscheinungen des Auferstandenen die Rede. Erfahrungen einer Schwarzen Frau in einer weißen Gesellschaft – Florence Brokowski-Sheketes Loblied auf Diversität „Weihnachten ist das Fest des Heimeligen, der Gemütlichkeit und des Niedlichen. Karfreitag ist das Abbild unserer (derzeitigen) Gesellschaft. Ostern und Auferstehung ist die Hoffnung, dass es auch gesellschaftlich wieder bergauf geht, wenngleich es derzeit schwer ist, diese Hoffnung zu bewahren“, so äußert sich die deutsche Pädagogin, Podcasterin und Autorin Florence Brokowski-Shekete zu ursprünglich religiösen Festen, die derzeit wieder Saison haben. Die 1967 in Hamburg Geborene hat nigerianische Wurzeln und ist teils bei ihrer deutschen Pflegemutter, der geliebten Mama oder Mami, und damit in einer evangelischen Kirchengemeinde aufgewachsen – und teils bei ihren leiblichen Eltern in Lagos, die Baptisten waren. Nach ihren Studien, u.a. der evangelischen Theologie, wurde Florence Brokowski-Shekete zur ersten Schwarzen Schulamtsdirektorin Deutschlands. Seit Jahren kämpft sie gegen Rassismus und für Diversität im Bildungssystem. Mit ihren Büchern und dem Podcast „Schwarz-Weiß“ setzt sie sich für Aufklärung und Empathie ein. Sie gilt als Bildungsexpertin für transkulturelle Kommunikation sowie Kinder- und Jugendpädagogik. „Mist, die versteht mich ja: Aus dem Leben einer Schwarzen Deutschen“ ist der Titel ihres Buches, das vor Kurzem als Hörbuch erschienen ist. Florence Brokowski-Shekete hat es selbst gesprochen – und auch Johannes Kaup aus ihrem Leben und über ihre Weltanschauung erzählt.
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