Vorgestellt Französisches von Bach und Couperin
Do, 02.07. | 11:30-12:00 | Ö1
Ursprünglich sind die Klagelieder des Propheten Jeremia im Alten Testament lyrische Gedichte. Im Frankreich des 17. Jahrhunderts aber wurden sie zunehmend kunstvoll vertont und damit gewissermaßen zu einem Spektakel in der Karwoche, das zahlreiche Leute anlockte. Francois Couperins „Lecons de Ténèbres“ wurden etwa 1714 komponiert und sind nur unvollständig erhalten. Das Vokal- und Instrumentalensemble Le concert spirituel hat diese und andere Vertonungen nun in jenem örtlichen Rahmen aufgenommen, in dem sie ursprünglich zu hören waren, nämlich in einer Kirche. Der dabei entstandene Klang zieht einen in seinen Bann und zeigt meditative Wirkung.Ebenso das neue Doppelalbum des Cembalisten Wolfgang Brunner. Dieser hat die Französischen Suiten von Bach eingespielt – Werke, von denen es durch zahlreiche Abschriften durch Schüler dementsprechend viele Fassungen gibt, teils durch bewusste Veränderung oder ergänzte Verzierungen entstanden. Wolfgang Brunner hat sich in seiner Aufnahme für frühere Quellen entschieden und auf später ergänzte Verzierungen verzichtet, wie er erklärt. Ergebnis ist eine Aufnahme, die vor allem durch ihre Klarheit besticht.
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