Die ORF III-Produktion portraitiert Baldur von Schirach, Hitlers Gauleiter in Wien. Der gebürtige Berliner gab sich stets als gebildeter Freigeist, zählte aber zu den größten NS-Verbrechern auf österreichischem Boden. Baldur von Schirach war zunächst Reichsjugendführer der NSDAP, ehe er 1940 von Adolf Hitler zum Gauleiter von Wien ernannt wurde. Dort regierte der Aristokrat Schirach mit eiserner Hand und beteiligte sich tatkräftig an der nationalsozialistischen Mordmaschinerie. Die Dokumentation von Regisseur Christian Hager in Zusammenarbeit mit dem Historiker Oliver Rathkolb zeigt den Aufstieg und tiefen Fall des Wiener Gauleiters, der zehntausende Jüdinnen und Juden in Vernichtungslager deportieren ließ. Der Film beleuchtet außerdem Schirachs perfide Kulturpolitik, seine militärische Unfähigkeit bei der Verteidigung Wiens, seine Flucht vor den Alliierten bis hin zu seiner Verhaftung in Tirol. Es ist das filmische Psychogramm eines fanatischen Nationalsozialisten und Selbstdarstellers, der schließlich im Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess zu 20 Jahren Haft verurteilt wurde. Darüber hinaus zeichnet die Dokumentation ein gesellschaftspolitisches Sittenbild der Donaumetropole Wien während der NS-Diktatur. Neben Schirach-Biograph Oliver Rathkolb kommen weitere renommierte Historikerinnen und Historiker zu Wort. Gedreht wurde an historischen Originalschauplätzen in Österreich und Deutschland.
Regie: Christian Hager
in Outlook/iCal importieren