NDR Kultur - Das Journal Moderation: Julia Westlake

Di, 31.03.  |  1:50-2:20  |  NDR
Untertitel/VT Stereo 
Themen:
* Rätsel um leere Gräber für Euthanasie-Opfer in Lüneburg
* Collien Fernandes gegen Christian Ulmen
* "Dance Around the Self": Doku über Schriftstellerin Siri Hustvedt
* Kunst und Überleben: Daniel Hopps Ausstellung über Drogensucht im Kunsthaus Hamburg
* Liebesgeschichte mit Handicap: Der Spielfilm "Als wäre es leicht"

* Rätsel um leere Gräber für Euthanasie-Opfer in Lüneburg
Die Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg war in der Nazizeit ein Ort sogenannter "Krankenmorde". Menschen mit Behinderungen und psychisch Kranke wurden hier zwangssterilisiert, viele ermordet. Aussortiert als "lebensunwert", so der brutale NS-Jargon. Seit 1975 erinnert eine Kriegsgräberstätte an die "Euthanasie"-Opfer. Die Gedenkstätte soll neugestaltet werden, deshalb wurden im letzten Jahr Sondierungsgrabungen gemacht. Dabei kam Überraschendes heraus: Viele der Gräber sind leer, bloß "Scheingräber". Ein Schock für Angehörige wie Friedrich Buhlrich, der jetzt nicht mehr weiß, wo seine Geschwister beerdigt sind. Für die Leiterin der "Euthanasie"-Gedenkstätte Lüneburg, Carola Rudnick, ist das ein veritabler Skandal. Wo sind die Toten?

* Collien Fernandes gegen Christian Ulmen
Ausgehend vom aktuellen Beben, das der Fall "Fernandes / Ulmen" auf gesellschaftlicher wie rechtlicher Ebene ausgelöst hat, fragen wir, wie neben neuer Rechtsprechung auch ein neues Nachdenken über und Verständnis von Männlichkeit notwendig ist. Wir schauen auf die strukturellen Ähnlichkeiten zum Fall Pelicot, und wie sich durch digitale Mittel nochmal ganz neue Abgründe auftun. Gisèle Pelicots Satz "Die Scham muss die Seiten wechseln" ist mittlerweile ein Schlachtruf, der Männer viel stärker in die Pflicht nimmt. Am Fall "Fernandes / Ulmen" zeigt sich, wenn auch noch zaghaft, dass jetzt womöglich tatsächlich etwas in Bewegung kommt: Anders noch als nach #MeToo, Pelicot und Epstein sind es diesmal nicht nur die Frauen, die sich öffentlich empören und ein Ende der sexualisierten Gewalt fordern. Viele Männer aus Medien, Kultur und Politik haben sich in den vergangenen Tagen vom mutmaßlichen Täter distanziert und mit den Opfern struktureller sexualisierter Gewalt solidarisiert.

* "Dance Around the Self": Doku über Schriftstellerin Siri Hustvedt
"Dance Around the Self" heißt ein Dokumentarfilm, in dem die Schriftstellerin Siri Hustvedt das Publikum an ihrem Leben teilhaben lässt. Regisseurin Sabine Lidl erzählt von Siri Hustvedts Anfängen, wie sie mit 18 nach New York zieht, um eine große literarische Stimme zu werden. Eine junge, aufbegehrende Frau aus einem Provinznest in Minnesota. Mit 26 lernt sie den Autor Paul Auster kennen, mit dem sie eine lebenslange Schriftsteller-Liebe verbindet. Von außen wurden sie oft nicht als ebenbürtig betrachtet. "Hier der große Mann, und wer ist diese Frau, die glaubt, auch schreiben zu können?", erinnert sich Siri Hustvedt. Der einfühlsame Dokumentarfilm begleitet Siri Hustvedt sieben Jahre lang, sogar in der Zeit, als Paul Auster an Krebs erkrankt. Ein großartiger Film, der am 2. April in unsere Kinos kommt.

* Kunst und Überleben: Daniel Hopps Ausstellung über Drogensucht im Kunsthaus Hamburg
Daniel Hopps Filminstallation "Fictional Healing" hinterfragt Stigmata rund um Sucht. Er war selbst Junkie und hat es geschafft, mithilfe von Kunsttherapie von seiner Sucht loszukommen. In seiner Kunst arbeitet er mit Betroffenen, sammelt ihre Geschichten und setzt sie dokumentarisch und fiktional um. Filme, KI-Bilder und Sound verschmelzen zu einer immersiven Arbeit über Ausgrenzung, Würde und die Möglichkeit von Veränderung durch Kunst. "Fictional Healing" im Kunsthaus Hamburg bis 24. Mai.

* Liebesgeschichte mit Handicap: Der Spielfilm "Als wäre es leicht"
Sie ist gehörlos, er ist blind. In einem Dialoghaus für Menschen mit und ohne Handicap lernen sie sich kennen. Vorsichtig nähern sie sich an und müssen einen Weg finden, wie sie miteinander kommunizieren. Der Spielfilm "Als wäre es leicht" erzählt eine ungewöhnliche Liebesgeschichte voller Höhen und Tiefen. Das Besondere daran: Nicht nur die Hauptfiguren, sondern auch Schauspielerin Cindy Klink und Schauspieler David Knors sind gehörlos bzw. blind. Dem Hamburger Regisseur Milan Skrobanek war es wichtig, beim Drehen die gleichen Bedingungen zu haben wie das Paar in seinem Film. "Als wäre es leicht" war bereits 2023 für den D

Moderation: Julia Westlake

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