Vorgestellt Kammermusik der Spätromantik, Werke von Borenstein

Do, 02.04.  |  11:30-12:00  |  Ö1
Die Cellistin Lidy Blijdorp und der Pianist Tobias Borsboom zeichnen ein vielfältiges Bild der Kammermusik. Der Komponist Nimrod Borenstein dirigiert eigene Werken für Orchester und Mandoline, Gesang und Oboe.

Matthijs Vermeulen (1888-1967) war ein niederländischer Komponist und Musikkritiker. Sein Werk zeichnet sich durch eine eigenwillige, oft widerständige Tonsprache aus. Bewusst wollte sich Vermeulen damit von den musikalischen Strömungen seiner Zeit absetzen. Im Auftrag der 1980 gegründeten Vermeulen-Stiftung, haben Lidy Blijdorp (Cello) und Tobias Borsboom (Klavier) Vermeulens Cellosonate aus dem Jahr 1918 aufgenommen. Auf dem gemeinsamen Album kombiniert das niederländische Duo sie mit Werken weiterer Komponierender des 19. und 20. Jahrhunderts: César Franck, Nadia Boulanger und Claude Debussy. Kammermusik erscheint hier als offenes Feld unterschiedlicher ästhetischer Ansätze – verbunden durch die intime Besetzung von Cello und Klavier.Dem gegenüber steht in dieser Sendung eine Art musikalische Monografie: Der britisch-israelische Komponist Nimrod Borenstein präsentiert eigene Werke und steht dabei selbst am Dirigentenpult des English Chamber Orchestra. Mit den „Shakespeare Songs“ sowie Konzerten für Mandoline und Oboe entwirft er ein persönliches Klangbild, in dem sich kompositorische Handschrift und interpretatorischer Zugriff unmittelbar verschränken. Das Orchester wird zur Projektionsfläche eines individuellen Stils – zwischen lyrischer Geste und konzertanter Virtuosität. Borenstein hebt dabei die theatrale Qualität zwischen Solisten und Orchester hervor: „Es kann ein Moment des Bekenntnisses oder der Konfrontation werden“, sagt er, „eine persönliche Stimme, die sich gegen eine kollektive Kraft erhebt oder von ihr getragen wird.“

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