Moment Römische Meilensteine in Österreich

Do, 02.04.  |  15:30-15:55  |  Ö1
Was 2000 Jahre alte Straßenstipfel über unsere Geschichte verraten

Eine römische Meile, Lateinisch „mille passuum“ bestand aus 1.000 Doppelschritten. Das entspricht 1,4875 Kilometern. Die Entfernung, die Reisende auf einer römischen Straße ab einer bestimmten Stadt bereits zurück gelegt hatten, wurde auf Meilensteinen angegeben. Sie waren oft zwei Meter hoch, hunderte Kilo schwer und nur an markanten Punkten entlang der Hauptstraßen aufgestellt, sagt Ekkehard Weber, emeritierter Professor für Römische Geschichte an der Universität Wien. Er erforscht die Inschriften der Meilensteine in Österreich seit mehr als 50 Jahren und kann damit den Verlauf des römischen Straßennetzes immer genauer rekonstruieren.Einen aktuellen Beitrag dazu liefert auch das Land Salzburg, wo während der letzten zwei Jahre die Trassenführung der Römerstraße über den Tauern neu vermessen wurde. Nirgends sonst wurden in Österreich so viele Meilensteine ausgegraben wie hier. Um den Fuhrwerken die Orientierung über den 1.700 Meter hohen Gebirgspass zu erleichtern, sind die Steine an diesem Abschnitt besonders dicht hintereinander aufgestellt worden. Die 14 römischen Meilensteine, die hier bis in die 1960er-Jahre ausgegraben wurden, werden ab Herbst wieder zu sehen sein. Sie wurden frisch restauriert und werden in drei verschiedenen Schauräumen entlang der Strecke ausgestellt sein.Gestaltung: Jonathan Scheucher

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