ARTE Reportage Kirgisistan / Kolumbien

Sa, 23.05.  |  17:25-18:20  |  ARTE
Zweikanalton  Information, 2026
Themen:
* Kirgisistan: Autoritär statt Demokratie
Mit Angst organisierte Jama Bekten die vielleicht letzte Demonstration in Kirgisistan - nur noch wenige Frauen versammelten sich, um ihre Rechte in einem Staat zu verteidigen, der autoritär umgebaut wird. Dabei war Kirgisistan über lange Zeit eine „Insel der Demokratie“.

* Kolumbien: Kinder als Auftragsmörder
Auf einem Platz in Bogotá im Juni 2025: Durch die Menschenmenge nähert sich ein Junge dem kolumbianischen Senator und Präsidentschaftskandidaten Miguel Uribe Turbay. Er drängt sich an den Redner heran und erschießt ihn.

Themen:
* Kirgisistan: Autoritär statt Demokratie
Das kleine Land der Nomaden und Berge in Zentralasien entwickelte nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 eine starke Zivilgesellschaft mit freien Wahlen und einer unabhängigen Presse. Kirgisistan war die einzige parlamentarische Demokratie in dieser Region mit lauter autoritär geführten Nachbarstaaten. Allerdings destabilisierten Konflikte zwischen den Regionen und den Volksgruppen im Land und die wirtschaftlichen Schwierigkeiten immer wieder das ganze Land.
Seit 2021 verspricht eine neue Regierung unter der Führung des Nationalisten Sadyr Japarov, die Wirtschaft anzukurbeln und der politischen Instabilität ein Ende zu setzen. Dabei geht die Regierung sehr autoritär vor, sie erlässt von Russland inspirierte Gesetze, die erlauben, oppositionelle Schriftsteller und Journalisten zu inhaftieren und die Redefreiheit der Gesellschaft zu beschneiden. Die neue kirgisische Regierung steht Russland unter Putin nahe. Kirgisistan ist als eines der ärmsten Länder der Welt abhängig von Russland, 20 Prozent seiner Erwerbstätigen fanden in Russland Arbeit. Die aktuellen Machthaber verteidigen ihre Strategie, für sie heiligt der wirtschaftliche Erfolg die Mittel.

* Kolumbien: Kinder als Auftragsmörder
Der Mord an Miguel Uribe Turbay durch einen Teenager erschütterte 2025 Kolumbien. Er erinnerte viele an die Zeit, als Pablo Escobar Straßenkinder für seine Verbrechen rekrutieren ließ. 2024 standen in Kolumbien mehr als 200 Minderjährige wegen Mordes vor Gericht. Und das ist wohl nur die Spitze des Eisbergs, denn die meisten jungen Auftragsmörder entkommen.
Die Jugendlichen der Oasis-Bande leben in Moravia, einem der ärmsten Barrios, errichtet auf einer ehemaligen Müllhalde der Vororte von Medellín. Sie verkaufen die synthetische Droge 2CB, stehlen Taschen, rauben Autos aus und kämpfen mit bloßen Händen, Macheten oder Messern. Angelica ist 19 Jahre alt. Sie verbrachte drei Jahre wegen Beihilfe zum Mord in einer Jugendstrafanstalt. Kurz nach ihrer Entlassung ersticht sie den Mörder ihres Bruders.
Die zunehmende Gewaltbereitschaft der kolumbianischen Jugend steht in direktem Zusammenhang mit dem Kokainhandel. Seit mehreren Jahren explodiert die Produktion. Drei Minderjährige werden laut einem von der Regierung in Auftrag gegebenen Bericht täglich von Drogenbanden rekrutiert.

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