Benedetta Spielfilm Belgien/Frankreich/Niederlande 2021
Mi, 27.05. | 22:10-0:15 | ARTE
Film, 2021
Anour fou vom Meister der Provokation, Paul Verheoven: die erotische Liebesgeschichte zweier Nonnen, eine fieberhafte Literaturadaption, die bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes für Aufsehen sorgte.
Ein Frauenkloster im 17. Jahrhundert: Als sich bei Benedetta geheimnisvolle Stigmata zeigen, steigt sie zur Äbtissin auf und erlebt durch eine Novizin die Geheimnisse körperlicher Lust.
Ein provozierender Film des niederländischen Regisseurs Paul Verhoeven, der im Setting eines italienischen Klosters sinnliche Erotik und religiöse Inbrunst aufeinanderprallen lässt. Virginie Efira und Charlotte Rampling spielen als Kontrahentinnen die Hauptrollen.
Benedetta: In einigen ihrer Visionen erscheint Benedetta (Virginie Efira) sogar Jesus (Jonathan Couzinié) höchstpersönlich. Bild: Sender / ZDF / Guy Ferrandis / Verleih: Plaion.
Pescia in der Toskana zu Beginn des 17. Jahrhunderts: Die junge Benedetta wird von ihren Eltern in ein Kloster gebracht - in der Überzeugung, dass ihre Tochter unter besonderem Schutz Christi steht. Jahre später ist sie eine respektierte Ordensschwester, doch ihre religiösen Visionen, die sie seit ihrer Jugend begleiten, sorgen weiter für Misstrauen. Als Benedetta von rätselhaften Schmerzen heimgesucht wird, wird ihr eine junge Novizin zur Seite gestellt, die sie pflegen soll: Bartolomea, die vor Gewalt in ihrem Elternhaus geflohen ist und nur wegen Benedettas Fürsprache im Kloster aufgenommen wurde.
Zwischen der frommen, willensstarken Benedetta und der frivolen Bartolomea wächst eine enge Bindung, die sich zunehmend gegen die Regeln des Konvents richtet. Gleichzeitig werden Benedettas Visionen immer häufiger - bis sie eines Morgens mit Wundmalen an Händen und Füßen aufwacht. Für viele sind die Stigmata ein Zeichen göttlicher Auserwähltheit, weshalb sie zur neuen Äbtissin ernannt wird. Für andere sind die Verletzungen ein billiger Täuschungsversuch und Benedettas neuer Status ihnen ein Dorn im Auge: Privilegien, Einfluss und eine wachsende öffentliche Verehrung treffen auf Neid, Zweifel und den Versuch, das Geheimnis hinter den "Wundern" offenzulegen.
"Benedetta" ist frei nach Judith C. Browns Sachbuch "Immodest Acts: The Life of a Lesbian Nun in Renaissance Italy" und der historischen Figur Benedetta Carlini gestaltet. Paul Verhoeven verbindet Historienfilm, Satire und körperbetontes Drama zu einer Studie über kirchliche Machtmechanismen, Profitdenken und die Inszenierung von Glauben. Der Film lief 2021 im Wettbewerb von Cannes und war dort für die Goldene Palme sowie die Queer Palm nominiert. Hauptdarstellerin Virginie Efira erhielt 2022 eine Nominierung für den französischen Filmpreis César als beste Darstellerin.
Darsteller:
Virginie Efira (Benedetta Carlini)
Charlotte Rampling (Schwester Felicita)
Daphné Patakia (Bartolomea)
Lambert Wilson (Nuntius)
Olivier Rabourdin (Alfonso Cecchi)
Louise Chevillotte (Christina)
Regie: Paul Verhoeven
Drehbuch:
David Birke
Paul Verhoeven
Kamera: Jeanne Lapoirie
Musikalische Leitung: Anne Dudley
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