Vom Leben der Natur Lobau am Limit

Mo, 17.08.  |  8:55-9:00  |  Ö1
Der Vegetationsökologe Werner Lazowski spricht über die historische Auenlandschaft in Wien.

Die Donau bildete einst zwischen Leopoldsberg und Bisamberg und der heutigen Grenze zur Slowakei eine artenreiche Aulandschaft mit vielen Nebenarmen, Altarmen, Inseln, Schotterhaufen, Steilufern und Wäldern in verschiedenen Entwicklungsstadien. Der bisher fertiggestellte ein Kilometer lange Abschnitt des Donau-Oder-Kanals teilt die Lobau in zwei Bereiche. In der Oberen Lobau findet man landwirtschaftlich genutzte Flächen, der Wald ist naturfern. Hier liegen auch der Ölhafen Lobau und die Tanklager der OMV. Die Untere Lobau ist natürlich ursprünglich.Durch die Regulierung der Donau vor rund 150 Jahren wurde der Fluss jedoch begradigt und massiv verkürzt. Der spätere Bau des Hochwasserschutzdammes verhinderte fortan Überflutungen der Donauauen. Die Untere Lobau wird von Oberflächenwasser nur mehr gelegentlich „über die Hintertür“ versorgt: Wenn es bei Hochwasser über den „Schönauer Schlitz“, der einzigen Öffnung im Damm, in die Au hineinstaut. Die Dynamik geht somit verloren, die Aulandschaft wird immer trockener und droht, komplett zu verschwinden.

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