Weltbilder Die Ärzte der Ägäis

Di, 06.10.  |  23:30-0:00  |  NDR
Untertitel/VT Stereo 
Seit 2014 entsendet die griechische Stavros-Niarchos-Stiftung monatlich mobile medizinische Teams auf entlegene Inseln. Auf Serifos errichten Augenarzt Christos Christoulakis und der technische Leiter Tasos Stamatiadis ein Pop-up-Krankenhaus, das die rund 1.500 Einwohner vier Tage lang mit verschiedenen Fachärzten versorgt. Manche Fälle, wie die Lähmungserscheinungen von Susanna Diogou, können allerdings nur auf dem Festland behandelt werden. Für ihre Familie bedeutet das eine lange Trennung - ein Dilemma, das viele Inselbewohner fürchten.

Die griechische Stavros-Niarchos-Stiftung hat seit 2014 ein System von mobilen medizinischen Teams (Mobile Medical Units) aufgebaut. Monatlich steigen sie in Piräus auf die Fähre, um Menschen auf kleinen entlegenen Inseln für jeweils eine knappe Woche medizinisch zu versorgen. Denn die Kosten für einen Arztbesuch auf dem Festland können sich viele Inselbewohner nicht leisten. Und im Winter sind Überfahrten wegen schlechten Wetters oftmals ganz unmöglich. Der Augenarzt Christos Christoulakis ist von Anfang an bei diesen Einsätzen dabei: "Wir geben etwas. Aber wir bekommen auch sehr viel zurück."

Zusammen mit Tasos Stamatiadis, dem technischen Leiter der Mission, ist er auf dem Weg nach Serifos. Auf der Fähre werden sie von zwei Lkws voll mit medizinischem Gerät begleitet, darunter ein tragbares Röntgengerät, ein digitales 3D-Mammografiegerät und ein Knochendichtescanner. Auf Serifos wird in wenigen Stunden ein Pop-up- Krankenhaus errichtet, mit dem die Insel vier Tage lang über die medizinische Infrastruktur einer kleinen Stadt verfügt: mit vielen verschiedenen Fachärzten und Krankenschwestern, die alle ehrenamtlich arbeiten.

Auf der Insel wird das Medizinteam schon erwartet. Viele der knapp 1.500 Einwohner kommen zu Untersuchungen vorbei, oft zu mehreren. Das "reisende Krankenhaus" hilft ihnen so, trotz der fehlenden Infrastruktur weiter auf Serifos zu leben. Manchen Patienten allerdings müssen die Ärzte zu einer Therapie auf dem Festland raten, so wie Susanna Diogou, die Lähmungserscheinungen in ihrem linken Fuß hat. Aber dafür müsste die Familie sich für längere Zeit trennen. Ein Dilemma, das viele Menschen auf den Inseln fürchten.

Autor: Manuel Gogos
Redaktion:
Beate Schlanstein
Philipp Abresch

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