Der Schimmelreiter (Folge 8 von 23) von Theodor Storm
Mi, 13.05. | 14:00-14:30 | MDR Figaro
Als er den Bau eines neuen, sichereren Deiches durchsetzt - mit einem verbesserten von ihm konzipierten Profil - schlägt ihm aus der Dorfgemeinschaft Skepsis entgegen, die sich während des Deichbaus weiter verstärkt und zu Widerstand und Feindseligkeit auswächst. In den Augen der am Aberglauben hängenden Dorfbevölkerung entsteht das Bild einer unheimlichen Gestalt. Als er einen Schaden am Deich übersieht, bringt die nächste Sturmflut die Katastrophe: der Deich bricht an der Schwachstelle; Hauke und seine Familie kommen im Wasser um.
Mit seinem Meisterwerk, im hohen Alter von 67 Jahren begonnen, gelang es Theodor Storm, einen Deichspuk in eine würdige Novelle zu verwandeln, die mit den Beinen auf der Erde steht, ohne den Charakter des Unheimlichen zu verwischen. Storm beendete das Werk im Februar 1888. Bis heute ist die "gewaltige Deichsage" vom Aufstieg und Fall des Hauke Haien ein Muss für alle an deutscher Literatur Interessierten.
Theodor Storm wurde 1817 in Husum geboren; er stammte aus einer alten holsteinischen Patrizierfamilie, der Vater war Advokat. Theodor Storm studierte Jura in Kiel und Berlin und wurde 1843 Rechtsanwalt in Husum. Während der dänischen Besetzung verließ Storm seine Heimat und kehrte nach Aufenthalten in Potsdam (1852) und Heiligenstadt (1856) erst 1864 nach Holstein zurück, wo er 1867 Amtsrichter und 1879 Amtsgerichtsrat wurde. Theodor Storm starb 1888 in Hademarschen/Holstein.
Produktion: Naxos 2005
Es liest: Peter Franke
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