Gedanken für den Tag ESC auf der Wohnzimmercouch

Mi, 13.05.  |  6:57-7:00  |  Ö1
von Kerstin Susanne Jobst, Historikerin

Meine Contest-Geschichte begann in meiner Geburtsstadt Hamburg – auf der elterlichen Couch. Dass es so etwas wie den Contest überhaupt gibt, habe ich, glaube ich, 1970 zum ersten Mal wahrgenommen, als die Irin Dana mit „All Kinds of Everything“ gewonnen hat. Ich weiß allerdings, dass ich diesen Contest damals noch nicht sehen durfte, denn ich war erst sechs Jahre alt oder knapp davor. Für meine Eltern war das natürlich mitten in der Nacht. Ein Jahr später war das aber schon anders: Da durfte ich tatsächlich mit meinen Eltern zusammen auf der Couch sitzen. Was ich damals allerdings ziemlich mies fand – aber so war es eben –, ohne Knabbereien. Wir waren keine Familie, die auf der Couch Kekse oder sonst irgendetwas gegessen hat.Die 70er- und später auch die 80er-Jahre waren für Deutschland – bzw. für die Bundesrepublik, muss man ja sagen – eine sehr erfolgreiche Phase. Zwar gewann man nicht, aber es gab einige hohe Platzierungen, zweite und dritte Plätze, und Namen wie Katja Ebstein, Mary Roos oder Lena Valaitis sind vielen Menschen bis heute noch ein Begriff.Ehrlich gesagt war das damals nicht unbedingt meine Art von Musik. Das hat sich schon eher als divergent herausgestellt. Rückblickend weiß ich aber, dass es einige Lieder gab, die auf mich bis heute erstaunlich modern wirken, obwohl ich sie damals eben nicht live erlebt habe. Dazu gehört zum einen France Galls „Poupée de cire, poupée de son“, zum anderen Sandy Shaws „Puppet on a String“. Sandy Shaw ist bis heute auch deshalb vielen bekannt, weil sie damals barfuß aufgetreten ist.

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