Die Bologna-Entführung Geraubt im Namen des Papstes
Sa, 30.05. | 13:45-15:55 | ARTE
Film, 2023
Bologna, im Jahr 1858: Der siebenjährige Edgardo Mortara wächst in einer jüdischen Familie auf, bis er eines Nachts von kirchlichen Behörden nach Rom entführt wird. Der Grund: Als Säugling soll Edgardo von einem christlichen Dienstmädchen heimlich getauft worden sein. Nach den Gesetzen des Vatikans darf ein getauftes Kind nicht von jüdischen Eltern erzogen werden.
Edgardo wird in ein Katechumenenhaus gebracht, wo er eine katholische Erziehung erhält und sich auf unerklärliche Weise sofort zum Katholizismus bekennt. Für seine Eltern Momolo und Marianna beginnt ein verzweifelter Kampf. Sie wenden sich an die Öffentlichkeit, suchen Unterstützung in der Politik und versuchen mit allen Mitteln, ihren Sohn zurückzubekommen. Der Fall erregt weit über Italien hinaus Aufmerksamkeit und wird zum Symbol für den Konflikt zwischen kirchlicher Macht und den liberalen Ideen des 19. Jahrhunderts.
Während die Familie nicht aufgibt, wächst Edgardo in der Obhut der katholischen Kirche heran. Papst Pius IX. nimmt persönlich Anteil an seinem Schicksal und betrachtet den Jungen zunehmend als religiöses Symbol in einer Zeit politischer Umbrüche. Zwischen familiärer Herkunft, religiöser Erziehung und den Machtinteressen der Kirche entwickelt sich ein dramatischer Konflikt, der das Leben aller Beteiligten prägt.
Darsteller:
Paolo Pierobon (Pius IX.)
Fausto Russo Alesi (Momolo Mortara)
Barbara Ronchi (Marianna Mortara)
Enea Sala (Edgardo Mortara als Kind)
Leonardo Maltese (Edgardo Mortara als Jugendlicher)
Filippo Timi (Cardinal Giacomo Antonelli)
Fabrizio Gifuni (Pier Gaetano Feletti)
Regie: Marco Bellocchio
Drehbuch:
Marco Bellocchio
Susanna Nicchiarelli
Kamera: Francesco Di Giacomo
Musikalische Leitung: Fabio Massimo Capogrosso
in Outlook/iCal importieren